Ostsee und Nordkap 2016



 

 

 

 1. Tag  Chemnitz-Lübbenau/Kittlitz   201km       09.07.2016

 

Nach vielem Bedenken hatte ich mich nun entschlossen noch einmal auf Reise mit einer Simson zu gehen. Ein halbes Jahr dauerte die Vorbereitung und nun ist es soweit. 

Samstag, der Wecker klingelt und ich bin sofort wach. Das Adrenalin steigt. Nach dem Frühstück ging es 9.15 Uhr los in Richtung Spreewald. Mit einem sehr komischen Gefühl trete ich den Kickstarter und kann mein Vorhaben noch gar nicht realisieren: "Einmal komplett um die Ostsee". Als erstes fahre ich an die Tankstelle und treffe dabei noch zufällig meine Tante und meinen Onkel. Dies sollte erstmal ein ruhiger Tag mit 200km werden, um meinen Hintern langsam auf das viele Sitzen zu gewöhnen. Die erste Pause war in Schwarzheide am Supermarkt. Danach ging es direkt nach Lübbenau ins Zentrum für ein Foto. Die Nacht wollte ich bei Nicole verbringen. Sie ist eine Couchsurferin - man Übernachtet bei fremden Leuten kostenlos auf der Couch - und ich musste nun ihr Haus suchen. Mit Umwegen quer durch den Wald habe ich sie erreicht. Wie genau ich in den Wald gekommen bin, weiß ich nicht. Der Abend verlief komplett anders als erwartet, weil Nicole mit ihrer Familie "anders" lebt. Sie leben sehr spirituell und ihre Denkweise ist als "normaler" Bürger schwer zu verstehen. Wobei ich diese Lebensart nicht unnormal finde. Mir wurde auch mehrmals bei Unterhaltungen gesagt: "Wir sind keine Spinner!", weil ich manchmal skeptisch schaute. Dies hätte ich auch nie behauptet und ich fand diese Denkweise einfach nur interessant. Am Abend wurden aus Büchern vorgelesen und Nicole hat etwas auf dem Klavier gespielt. Kurz vor 0 Uhr ging ich dann ins Bett.

  

 

 

 2. Tag  Lübbenau/Kittlitz-Czluchow   370km       10.07.2016

 

Der Morgen begann für mich um 7 Uhr und etwas ungewöhnlich, weil sich am Frühstückstisch nicht nur "Guten Morgen" gesagt wurde, sondern es wurde sich auch umarmt. Mir wurde am Tisch erzählt, dass ich weiß, wie die Zukunft wird. So wie ich mir die Zukunft vorstelle, so wird sie. Nach diesen Worten haben wir uns alle verabschiedet und es ging zur polnischen Grenze bei Frankfurt/Oder. 10.30 Uhr erreichte ich die Grenze und ich musste nur zweimal die Bundesstraße wechseln, um auf die 22 zu kommen. Die 22 führt, ohne die Straße zu wechseln, nach Kaliningrad.  Kaliningrad/Russland wurde mir 453km davor schon angezeigt und ich musste nur noch das Kürzel "RUS" folgen. Jetzt geht es auch los, dass mich die Leute viel ansprechen, auf mich zeigen und mich Fotografieren. Viele Motorradfahrer wollten mit mir ein Foto machen und haben mir immer die Hand gegeben. Ab Kilometer 300 wusste ich nicht mehr, wie ich sitzen sollte und die Strecke zog sich wie ein Kaugummi. Langsam hatte ich bedenken, dass die Tagesetappen vielleicht doch zu groß waren? Hm, mal sehen... Es war ein heißer Tag mit 30°C und ich erreichte einen großen Campingplatz für Familienurlaub. Als mir der Preis genannt wurde, wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Umgerechnet 1,50 €! So einen günstigen Preis für so einen "Freizeitpark-Campingplatz" hätte ich nie erwartet. Am Abend redete ich noch mit einem Radfahrer. Er hieß Ron und kam aus Leipzig. Ron wollte mit seinem Fahrrad nach Helsinki fahren, dagegen empfand ich mein Vorhaben weniger beeindruckend.

 

 

 

3. Tag  Czluchow-Frombork   194km       11.07.2016

 

Nach einer eher unruhigen Nacht, weil ich geträumt habe, dass mein Moped geklaut wurde, ging es um 8 Uhr los. Nach einem Frühstück am Supermarkt fuhr ich eine 5km lange Kopfsteinpflasterstraße entlang, um dann im Stau für 30min zu stehen. Ein Vorbeifahren war leider nicht möglich. Wieder waren es über 30°C, aber dafür war die Tagesetappe zur Russischen Grenze nicht so groß. Gegen 15 Uhr komme ich an einem Zeltplatz an, der mich knapp über 10 € kostete. Doch hier gab es nur eine Wiese mit einer verkeimten Duschanlage. Auf dem Zeltplatz waren nur Deutsche und ein Pole. Der Pole war ironischer Weise mit einem Trabant da. Als ich mein Zelt aufbaute, kam ich mit zwei Deutschen ins Gespräch. Ute und Heinz kamen aus der Nähe von Nürnberg, aber nicht aus Bayern, sondern aus Franken!!! Ganz wichtig! Sie waren mit einem alten Bulli in Polen unterwegs und luden mich am Abend zum Grillen ein. Gegen 16 Uhr gab es ein extrem starkes Gewitter und heftige Regenschauer. Zum Glück stand mein Zelt schon! Der Abend verging mit Ute und Heinz sehr schnell und 23 Uhr ging ich dann ins Zelt schlafen.

 

 

 

4. Tag  Frombork-Klaipeda über Kaliningrad/Russland  233km       12.07.2016

 

4.15 Uhr, der Wecker klingelt und mein Puls steigt. Ja, heute wollte ich mit meinem Moped durch Russland fahren. Ein wahnsinniges Gefühl! Nach vielen Horrorgeschichten von Freunden und Kollegen, die schon in Russland waren, war ich sehr aufgeregt. Ist es wirklich so kriminell und wie viel Geld muss ich an der Grenze überhaupt schmieren? Fragen über Fragen, aber heute erfahre ich es! 5.45 Uhr kommt mitten im Nichts eine rote Ampel mit einer Schranke und dahinter ist die Grenzanlage. Ich fuhr langsam an die Ampel heran und bleibe stehen. Ich war ganz alleine, weit und breit keine andere Menschenseele. Nach 2 Minuten ging auf einmal die Schranke hoch ich und durfte die Anlage betreten. Eine Frau kam aus ihrem Häuschen heraus und sagte plump: "Passport and Driver Licence!" Sie ging zurück in ihre kleine Hütte und kam nach 3 Minuten wieder raus und sagte: "All ok!" Die Schranke ging hoch und ich durfte weiter. Ich dachte mir so: "Wie bitte? 3 Minuten?? Ich dachte das wird hier einige Stunden dauern!" Ich fuhr dann eine Straße im Wald entlang, aber um mich herum waren noch Stacheldrahtzäune, was mich verwunderte. Nach 100m kam ich um eine Kurve und ich traute meinen Augen nicht. Plötzlich war vor mir eine riesige Grenzanlage. Die erste Kontrolle war nur der Check, ob ich die Grenzanlage überhaupt betreten darf. Ich fuhr nun langsam mit Schrittgeschwindigkeit an die Grenze heran. Ich sah aus 50m Entfernung, wie drei Männer von einer Holzbank aufstanden und ihre Mützen richteten. Ich gab ihnen meine Papiere und ein Zöllner kam zu mir und sagte auf Deutsch: "Bitte herkommen, Zoll!" Ich füllte dann gemeinsam mit einem älteren Herrn ein englisches Formular aus. Er sagte: "Immer mit der Ruhe." Nach 30 Minuten durfte ich dann die Grenze nach Russland passieren. Ich fuhr über einen Todesstreifen und ein riesiges Metalltor ging auf. Sowas kannte ich nur von Fotos bzw. Gedenkstätten von der ehemaligen Berliner Mauer. Als wäre man in eine Zeitmaschine gestiegen und um 30 Jahre zurückgereist. Es erinnert mich an Bilder von der DDR, die ich so nie erlebt habe, aber hier in Kaliningrad habe ich ein Gefühl dafür bekommen. Alles Grau in Grau und die Straßen sind schrecklich. Am Wegesrand stehen noch überall Bunker vom Weltkrieg sowie jede Menge Kriegsdenkmäler. Durch die Dörfer zu fahren war kein Vergnügen, weil aus jeder Ecke bellende Streuner herausgerannt kamen. Die Stadt Kaliningrad ist "sehenswert", wenn man es so ausdrücken kann. Die orthodoxen Kirchen sehen sehr schön und interessant aus. Der Verkehr war sehr anstrengend und man musste extrem die Nerven zusammenhalten. Eine rote Ampel muss nichts bedeuten. Die Ampel ist manchmal eher nur eine Entscheidungshilfe, ob man die Kreuzung passiert. Auch viele Passanten waren sehr erstaunt, als jemand am Zebrastreifen anhielt. Die russische Bevölkerung war teilweise sehr freundlich, allerdings waren auch sehr viele abweisend zu mir. Ein sehr trauriges Gefühl, wenn man abgelehnt wird, wenn man Ausländer ist. Umso mehr kommt mir die Galle hoch, wenn ich hier in Deutschland großen Hass gegen Ausländer erlebe. Wir sind alle nur Menschen und kein Mensch ist illegal!

Meine erste Begegnung mit einem Russen war am Stadtrand von Kaliningrad. Als ich nur auf die Karte tippte, weil ich kein Russisch kann, sagte der Mann zu mir: "I speak English." Er erklärte mir den Weg und fragte mich, wo ich herkäme. Als ich "Germany" sagte, reichte er mir seine Hand und sagte: "Welcome in Russian!". Dieser Moment erfüllte mich so mit Glück, weil man einfach willkommen war! So geht man mit Ausländern um und nicht anders.

 Ich hoffe, ich kann gerade welche zum Nachdenken anregen, denn ihr wollt auch woanders Willkommen sein und dies ist keine Einbahnstraße!       Durch einen dummen Zufall bin ich auf eine Schnellstraße geraten, aber zum Glück hielt mich keine Polizei an. Dies wäre dann sehr teuer geworden. Die Kaliningrader Enklave wollte ich über die Kurische Nehrung verlassen. Dort musste ich 300 Rubel (ca. 4 €) Maut bezahlen, weil dies ein Nationalpark war. Zuerst machte ich einen Stopp bei einer Bäckerei, wo ich der Frau mit Zeichensprache verständigte, was ich wollte. Anschließend 1km vor der Grenze zu Litauen kam noch eine Imbissbude, wo alles auf Deutsch war. Ironischerweise konnte der Besitzer nur Russisch. An der Grenze lief wieder alles problemlos ab und die Grenzbeamten freuten sich über das Moped und konnten es selbst nicht glauben. Der Übergang dauerte ca. 30 Minuten und dann waren es noch 50km bis zu meinem Tagesziel Klaipeda - ehemals Memel, die nördlichste Stadt vom Deutschen Reich. Nun musste ich noch von der Halbinsel auf das Festland mit einer Fähre übersetzen. Die Fahrt dauerte allerdings nur 5 Minuten. Heute übernachtete ich wieder bei einem Couchsurfer. Er hieß Mantas. Am Abend sind wir mit seinem Kumpel im Auto an die Ostsee zum Sonnenuntergang gefahren. Gegen 1 Uhr fiel ich dann müde ins Bett. Nebenbei hatte ich meine ersten 1000km in diesem Urlaub gefahren.

 

 

 

5. Tag  Klaipeda-Riga    354km       13.07.2016

 

Der Wecker klingelte und es war plötzlich alles hektisch. Mantas meinte zu mir: "Wir müssen in 20min los, weil ich auf Arbeit muss." Nach einem chaotischen Start saß ich recht verwirrt auf dem Moped in der morgendlichen Kälte. 9 Uhr erreichte ich die Grenze von Lettland. Mich überholten an einer Straße zwei Harley-Davidson Motorräder aus Deutschland. Wir grüßten uns kurz per Handzeichen und dann waren sie schon vorbeigefahren. Etwa 10km später traf ich die zwei Biker-Pärchen an einer Tankstelle. An diesem Tag haben wir uns immer wieder überholt und grüßten uns jedesmal. 16 Uhr kam ich in Riga bei meiner Couchsurferin Daniela an. Wir fuhren gemeinsam in die Stadt. Sie musste aber nochmal zu einer Besprechung und ich ging alleine in das Zentrum. An einer großen Säule mitten in der Stadt wurde ich von hinten angesprochen mit den Worten: "Guten Tag, Herr Simson." Es waren die Harley-Davidson-Fahrer. Wir unterhielten uns kurz und sie meinten, dass sie auch morgen nach Tallin wollen und wir verabschiedeten uns mit den Worten als Witz: "Bis morgen." 22 Uhr traf ich mich wieder mit Daniela und wir gingen gemeinsam mit einer Freundin von ihr in eine Bar. Sie hieß Sabine und war auch sehr freundlich. Nach interessanten Gesprächen sind wir dann 0.30 Uhr schlafen gegangen. Mir fiel auf, dass halb eins in der Nacht noch ein kleiner Lichtspalt am Horizont war. Dies faszinierte mich sehr.

 

 

 

6. Tag  Riga-Tallin   326km       14.07.2016

 

Die Nacht war leicht unruhig, weil ich gegen 3.30 Uhr im Bett geweckt wurde. Erst dachte ich, dass wir aufstehen müssen, weil die Sonne schon aufging, aber was der wirkliche Grund war, habe ich nie erfahren. Nach dem Losfahren kurz hinter Riga sah ich im Rückspiegel 2 Motorräder und von weitem hörte ich ein wildes Hupen. Es waren wieder die Harleys! Mitten im Wald musste ich dann mal auf Toilette und ich dachte mir: "Die nächste Einfahrt im Wald fahre ich rein." 5km später kam auch eine Einfahrt. Aber diese Einfahrt war anders als erwartet. Ich kam nämlich an einer prächtigen Villa heraus. Ich stellte fest, dass hier der Baron von Münchhausen lebte. "Zufälle" dachte ich... Gegen 10 Uhr erreichte ich Estland. In Estland hatte ich keine Unterkunft und ich musste mit meinem Moped über den Markt zur Touristeninformation. Dort habe ich noch ein Hostel genau im mittelalterlichem Zentrum bekommen. Die Frau an der Rezeption meinte, dass ich am besten mein Moped zum Hafen bringe zum Abstellen. Ich lud meine Taschen ab und fuhr durch die Seitengassen. Auf einmal hörte ich ein lautes "Hey!" und ich drehte mich um. Es waren wieder die Harley-Fahrer. Das Moped stand auf einem bewachten Parkplatz für 6 €. Am Abend schaute ich mir die Stadt an und gegen 23 Uhr merkte ich, dass ich Halsschmerzen bekomme.

 

 

 

7. Tag  Tallin-Narva   232km       15.07.2016

 

Und wieder hatte ich eine unruhige Nacht. Wenn ich in Jugendherbergen übernachte, dann ausschließlich in Mehrbettzimmern. Es war ein 6-Bett Zimmer und eine Person fing gegen 3 Uhr an laut im Schlaf zu schreien: "Girl, I kill you!" und strampelte wie ein Verrückter mit den Armen und Beinen. Alle anderen wachten natürlich auf und wir guckten uns gegenseitig verwirrt an. Zwei Schwedinnen flüsterten was zu mir und ich antwortete in normaler Lautstärke: "Wegen dieser einen Person, die uns wachhält, müssen wir nicht flüstern." Mein rechtes Auge war geschwollen und verklebt. Ich wusste also, dass ich nun eine Erkältung habe. An einer Tankstelle holte ich mir ein Rachenspray gegen Halsschmerzen, aber leider war alles mit kyrillischer Schrift geschrieben. In der Grenzstadt Narwa zu Russland wollte ich eigentlich Zelten. Wegen der Krankheit allerdings brauchte ich ein Bett für mich. Ich hätte auch 150 € für ein Hotel gezahlt, denn mir war alles egal. Ich fuhr zur einer Touristeninformation und sie vermittelten mir für 15 € eine Herberge. In dieser Herberge war ich der einzige Gast. Also hatte ich für wenig Geld viel Ruhe. Am Abend bin ich dennoch in die Stadt gegangen, weil ich einfach zu neugierig war, wie diese Stadt aussieht.

Fazit: Die Stadtbesichtigung hatte sich auf alle Fälle gelohnt. Abendbrot gab es auf einer Burg mit Blick nach Russland.

 

 

 

8. Tag  Narva-Vaalimaa über St. Petersburg   394km       16.07.2016

 

3.30 Uhr, der Wecker klingelt. Heute sollte mein größtes Abenteuer auf der Reise stattfinden. Die Fahrt durch das große Russland über St. Petersburg. Um 4 Uhr trat ich meinen Kickstarter an und sofort begann es zu regnen. Das Hostel war direkt neben der Grenzstation. Beim Auschecken aus der EU wusste die Grenzbeamtin nicht so richtig, wie sie auf mein Moped reagieren sollte. Sie war amüsiert, aber auch sehr beeindruckt. Sie meinte nur noch: "Ich weiß nicht, was ich dir dazu sagen kann? Viel Glück!" Ich fuhr über eine Brücke und war dann an der russischen Grenzstation. Ein Beamter drückte mir einen Zettel in die Hand mit kyrillischen Buchstaben drauf und niemand konnte Englisch. Mein erster Gedanke war: "Das kann jetzt lustig werden." Zwei junge Beamtinnen waren sehr freundlich zu mir. Nach 30 Minuten lautstarker Diskussion wurde mir dann das selbe Formular in Deutsch gebracht. Ich füllte es aus, aber natürlich falsch. Eine ältere Grenzbeamtin wurde sauer, weil sie ins Büro gehen musste, um mir ein neues Formular auszudrucken. Ich füllte es erneut aus und plötzlich kam ein Windzug und meine Formulare flogen in eine Pfütze. Mit diesen nassen Zetteln bin ich gleich zu den jüngeren Zöllnerinnen gegangen. Sie haben es gelassen genommen und mir wieder ein paar neue Zettel gebracht. Keine Ahnung, wie die ältere Frau ausgerastet wäre. Dann kam mein großes Hauptproblem. Meine Kennzeichennummer stand nicht in den Papieren, sondern auf einem extra Kärtchen, weil das nur ein Versicherungskennzeichen ist und man jedes Jahr ein neues bekommt. Um es kurz zu fassen: 3 Stunden und jede Menge Nerven hat es gekostet über die Grenze zu kommen. In Russland bin ich sofort an eine Tankstelle, um meine Nerven zu beruhigen. Nach einer Pause ging es dann Richtung St. Petersburg. Dies ist eine richtig große, hübsche und farbenprächtige Stadt. Leider hat es viel geregnet und ich konnte kaum Fotos machen. Wegen des Regens habe ich mich entschlossen noch weiter zu fahren. Aber dass ich an diesem Tag noch bis nach Finnland komme, hätte ich nie gedacht. Der Grenzübergang zu Finnland war recht problemlos und das Wetter war herrlich - zwar recht windig, aber blauer Himmel. Der erste Schock war der Preis auf dem Zeltplatz - 16 € für eine Nacht im Zelt. Der Sonnenuntergang am See war traumhaft. Es war so, wie ich mir Finnland vorgestellt hatte. Ich freute mich auf die nächsten Tage und gegen 23 Uhr bin ich dann ins Zelt gegangen, um zu schlafen.

 

 

 

9. Tag  Vaalimaa-Helsinki    303km       17.07.2016

 

Als ich am Morgen mein Zelt öffnete, sah es nach Regen aus und die Temperatur war auch nicht sehr einladend. Am gestrigen Tag hatte ich einen kompletten Tag herausgeholt. Noch eine Nacht wollte ich hier nicht bleiben und somit bin ich aufgebrochen. Die erste Fahrt ging zum Supermarkt und dort bekam ich einen Schlag. Die Preise für die Lebensmittel haben mich fertiggemacht. Für ein Frühstück mit den billigsten Lebensmitteln habe ich 15 € gezahlt. Mein Gedanke war: "Meine Fastenzeit hat begonnen." Selbst das Wasser kostete 1,40 €. Danach bin ich von der "großen" Hauptstraße herunter und bin über offizielle Wege im Wald gefahren. Mitten im Wald tauchte plötzlich ein alter Panzer auf. Aber was der dort zu suchen hatte, habe ich nicht erfahren. Nach einer Stunde habe ich dann wieder aus dem Wald herausgefunden und ich bin etwas weiter in Richtung Helsinki gefahren. Es fing dann leider zu regnen an und ich habe erstmal eine Pause in einem Burgerrestaurant gemacht. Dort entschied ich mich noch bis nach Helsinki zu fahren, obwohl ich dort erst morgen ankommen wollte. Die Erkältung hatte ich immer noch und deswegen brauchte ich ein Bett. Über das Internet habe ich noch ein Hostel für 11 € gefunden. 200km später kam ich in der finnischen Hauptstadt an. Ich legte mich nur noch ins Bett und ich freute mich auf die nächsten drei Nächte in Helsinki, weil ich Zeit zum Erholen bekomme.

 

 

 

10. Tag  Helsinki    12km       18.07.2016

 

Am Morgen um 10 Uhr musste ich meine Jugendherberge wechseln, weil ich für die nächsten 2 Tage schon ein anderes Quartier von Zuhause aus gebucht hatte. An diesem Tag habe ich die Stadt per Fuß erkundet und am Abend den Tag mit Bier am Hafen bei Sonnenuntergang ausklingen lassen.

 

 

 

11. Tag Helsinki    19.07.2016

 

Diesen Tag bin ich auch sehr ruhig angegangen und ich habe lediglich eine Hafenrundfahrt mitgemacht. Diese Rundfahrt hätte mich 20 € gekostet, aber ich durfte mehr oder weniger durch einen Fehler vom Personal kostenlos mitfahren. Auf dem Schiff habe ich Brendan kennengelernt. Er kam mit seiner Familie aus Australien und interessierte sich für Motorräder. Er war so begeistert und meinte zu mir: "Hier ist meine Visitenkarte, wenn du mit deinem Moped in Australien bist, sollst du dich bei mir melden!" Wir schlugen ein und verabschiedeten uns dann. Der Abend ging mit Bier und Thunfisch vorbei. Das Beste war, dass ich keine Erkältung mehr hatte!

 

 

 

12. Tag  Helsinki-Pori    312km       20.07.2016

 

Die Halsschmerzen waren am Morgen wieder leicht zurück, was mich sehr ärgerte. Die Sonne lies sich noch bis zum Mittag ein wenig Zeit, aber ab dann wurde es sehr angenehm warm. Die Straße ging hauptsächlich nur durch den Wald, also sehr eintönig. Am Nachmittag 16 Uhr erreichte ich dann meine Gastgeber von Couchsurfing. Nico begrüßte mich recht freundlich und bereitete mir erst einmal ein leckeres Sandwich zu. Danach sind wir zum Supermarkt und haben etwas Bier für den Abend geholt. Anschließend hatten wir seine Freundin Aino auf Arbeit in einem Restaurant besucht. Wir tranken unser Bier auf einer Grünanlage. Dort wimmelten ganz viele Jugendliche mit einem Smartphone, was mich etwas verwunderte. Nico erklärte mir, dass es ein neues Spiel mit dem Namen "Pokemon Go" gäbe. Um 0 Uhr waren wir noch in einer Bar und haben ein Bier zusammen mit Aino getrunken. 

 

 

 

13. Tag  Pori-Österö   303km       21.07.2016

 

An diesem Tag waren die Straßen mal sehr abwechslungsreich und kurvig. Es war ein warmer Tag mit 23°C und blauem Himmel. Der Zeltplatz, auf dem ich übernachtete, war kostenlos, weil das einfach nur ein Stück Wiese am See ohne Personal und Wasseranschluss war. Die Sonne ging ab jetzt nicht mehr unter, sondern es wurde nur für eine Stunde mal etwas düster und dann wieder komplett hell. Dies bereitete mir sehr große Schwierigkeiten zu schlafen, weil ich nie wusste, ob es jetzt 2 Uhr in der Nacht oder 10 Uhr am Morgen ist.

 

 

 

14. Tag  Österö-Oulu   352km       22.07.2016

 

Es war nun ein heißer Tag mit 28°C und meine Erkältung war ab jetzt für meine Reise vorüber. In der Mittagszeit bekam ich den Gedanken, dass ich morgen die Hälfte meiner Reise erreichen würde – nämlich den Polarkreis. Der Gedankenzug gefiel mir überhaupt nicht. Ich konnte mich damit noch nicht abfinden, dass ich die Hälfte erreicht habe. Ich scherzte vor mir her, ob ich noch bis zum Nordkap fahren könnte. Ich hielt sofort an und checkte, ob ich für den Abstecher überhaupt noch genügend 2-Takt Öl habe. Ja, hatte ich. Ich fuhr weiter und der Gedanke lies mich nicht mehr los. Um 17.30 Uhr erreichte ich die Wohnung von Miika. Er sollte für die Nacht mein Gastgeber bei Couchsurfing sein. Miika war leider noch unterwegs und somit plante ich meine Reise zum Nordkap. Mein Gastgeber begrüßte mich auf Deutsch, weil er Deutsch studiert und Lehrer für diese Sprache werden möchte. Wir redeten über unsere Herkunftsländer und Kulturen. Er gab mir noch einen Tipp, dass ich mir genügend Benzin mitnehmen sollte, weil es wenig Tankstellen in Lappland gibt. In der Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen wegen der Helligkeit. Ab 3.30 Uhr schlief ich dann langsam ein.

 

 

 

15. Tag  Oulu-Muonio   413km       23.07.2016

 

In der nördlichsten Stadt der Ostsee angekommen, bin ich in einen Supermarkt gegangen und habe mir sieben Wasserflaschen im Wert von 10 € gekauft. Schweren Herzens musste ich das ganze Wasser wegkippen. Jetzt habe ich 40 Minuten lang Benzin in die Flaschen umgefüllt und meine Taschen waren so voll, dass ich die Regenkleidung zwischen Taschen und Sitz klemmen musste. Zusätzlich musste ich meine Turnschuhe ausziehen und dafür die Gummistiefel anziehen, um noch mehr Platz zu schaffen. Dennoch passten 2 kleine Flaschen nicht mehr rein. Ich habe kurzerhand Panzertape genommen und die Flaschen einfach unter die Blinker an die Telegabel geheftet. Um 14.30 Uhr erreichte ich das Polargebiet und kurz darauf sah ich das erste Rentier in freier Wildbahn. Dies war ein sehr schöner Moment. Um 19.30 Uhr erreichte ich einen Zeltplatz und ich wurde direkt von einem Pärchen zum Essen eingeladen. Als die Frau mitbekommen hat, dass ich Probleme beim Einschlafen wegen der Helligkeit habe, hat sie mir eine Augenbinde geschenkt. Und ja, es hat geholfen.

 

 

 

16. Tag  Muonio-Alta   331km       24.07.2016

 

Eine unendliche Landschaft aus Bäumen ist vor mir und ganz hinten am Horizont sehe ich extrem hohe Berge. Mir wurde von ganz vielen eindringlich vor den hohen Steigungen in Norwegen gewarnt wegen meines schwachen Motors. Alle Warnungen ignorierte ich einfach und ich fuhr auf die Berge langsam zu. Die Grenze nach Norwegen erreiche ich um 10.40 Uhr. Plötzlich wurden die Berge immer steiler und kurviger. Ein Auf und Ab beginnt. Der Motor hat viel zu arbeiten. Die einzigen Lebewesen, die ich noch antreffe sind Rentiere und extrem viele Mücken. Langsam bekomme ich Angst wegen der Berge, die mich noch erwarten werden. Ich schaltete einfach meine Angst ab und fuhr weiter. "Es wird schon alles gut gehen", waren meine Gedanken. Nach 200km kam ich dann wieder in eine Stadt, wo Menschen anzutreffen waren. Ich fuhr in Alta zu einer Tankstelle und es redeten mich viele Deutsche an. Gut, das war ja keine Seltenheit, denn an die ganzen Fotos von mir habe ich mich gewöhnt. Für viele war ich das Highlight auf der ganzen Reise! Es konnte einfach niemand glauben, dass die Simson sowas durchhält. Auf dem Campingplatz lernte ich einen Biker mit einer BMW Tourer kennen. Ich nenne ihn einfach mal Thomas, weil ich sein Name vergessen habe. Thomas kam aus Köln und war von der Reise einfach nur beeindruckt. Er fand seine Tour dagegen recht unspektakulär. Er gab mir den Tipp, dass ich 3 Uhr morgens zum Nordkap soll, weil es dann für mich kostenlos und ich alleine wäre. Ich bedankte mich bei ihm und ging um 22 Uhr schlafen.

 

 

 

17. Tag  Alta - Nordkapp Camping   220km       25.07.2016

 

Die Nacht war sehr regnerisch und am Morgen machte der Regen eine kleine Pause und ich nutzte die Chance für das Zusammenpacken. Als ich fertig war, fing es wieder zu regnen an. Ich fuhr also im Regen los, der aber schnell wieder verging. An einer Tankstelle gab es Frühstück: einen Kokoskuchen und einen Kakao. Für den stolzen Preis von 8 € musste es reichen. Mittlerweile war ich auf einer Höhe, wo Schneehaufen neben mir lagen. Nach einer Fahrt durch die Einöde wurde die Straße plötzlich zu einem wahnsinnigen Abenteuer: auf der rechten Seite der Atlantik, vor mir die Straße und links neben mir die steile Felswand. Durch einen Tunnel mit einer Länge von 6860m ging es auf die Nordkappinsel. Am Straßenrand standen sehr viele Rentiere und dies war auch manchmal sehr gefährlich. 21km vor dem Nordkap bin ich auf dem Zeltplatz eingerückt. Ich kaufte mir im Supermarkt das günstigste Essen: "Weiße Bohnen in Tomatensoße" aus der Dose. Dies schmeckte sehr bescheiden. Anschließend habe ich eine Wanderung auf einem anliegenden Berg gemacht. Die Landschaft ist dort einmalig, sehr karg und es wachsen keine Pflanzen. Ich bin dann zeitig schlafen gegangen, sodass ich um 2 Uhr aufstehe und um 3 Uhr am Nordkap stehe.

 

 

 

18. Tag  Nordkapp Camping - Nordkap  27km       26.07.2016

 

Um 2 Uhr klingelte mein Wecker und ich war sofort wach. Ich bepackte mein Moped mit den Taschen und lies mein Zelt auf dem Campingplatz stehen. Ich fuhr in der Mitternachtssonne zum nördlichsten Punkt auf dem europäischen Festland. Die Berge wurden immer steiler und manchmal konnte ich nur mit dem ersten Gang fahren. Plötzlich tauchte vor mir auf der nebligen Straße eine Rentiergruppe auf. Ich zog meine Bremsen so fest an, wie es nur ging und mein Hinterrad begann zu rutschen und plötzlich...

Teil 2

... und plötzlich rannten noch mehr Rentiere auf die Straße. Mein Moped konnte ich noch abfangen und alles war gut. Ich fuhr in eine Nebelwolke hinein und es tauchte vor mir auf: das Nordkap!!!! 

Ich sah die Weltkugel und ich war einfach nur noch sprachlos. Keine Gedanken mehr gehabt, nichts! Nach 4576km war ich da. Das Gefühl, wenn man mit seiner 39 Jahren alten Simson am "Nördlichsten Punkt" Europas steht, kann man nicht beschreiben. Ich hielt mich dort für 2 Stunden auf und ich wärmte in der Eiseskälte meine Finger mit dem Campingkocher, weil der Zylinder ausgekühlt war.

Ich fuhr gegen 5 Uhr zurück zum Campingplatz mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80km/h (Ja, ich weiß, das frisst sich nur einmal fest...) und ich baute dann mein Zelt ab. Um 7 Uhr startete ich in Richtung Finnland. Heute sollte für mich meine längste Strecke im ganzen Urlaub werden.

 

 

 

18. Tag  Nordkap-Irgendwo in Lappland im Wald   501km       26.07.2016

 

Mit einem melancholischen Gefühl ging es den Felsen entlang und mir wurde eines klar: dies ist meine Heimreise.

Ich kam in der norwegischen Stadt Alta an und fuhr zur letzten Tankstelle. Ich verbrachte dort über eine Stunde, weil mich so viele Leute fotografiert und angesprochen haben. Ein Pärchen blieb mir doch sehr gut in Erinnerung: Ina und Mario aus Berlin. Ich stand vor dem Eingang und packte meine gekauften Getränke ein. Mich sprach von der Seite ein Mann an und wir kamen ins Gespräch, wo ich herkomme und wo ich schon war... also das übliche. ;) Als die Frau auch dazu kam, holten sie noch die Kamera heraus und wir machten zusammen Fotos. Ina fragte mich, ob ich ein Powerriegel möchte? Ich sagte einfach mal "Ja" und sie ging zum Wohnmobil. Sie kam mit einer großen Tüte voller Lebensmittel wieder und sagte "Nimm." Da war ich kurz sprachlos und bedankte mich. Dann fragte mich noch Mario, wo denn mein Aufkleber vom Nordkap war? Ich zeigte auf die Flagge von Norwegen. Es kam sofort ein Gegenspruch: "Du brauchst unbedingt einen Aufkleber vom Nordkap, weil mit der Flagge kannst du auch nur in Oslo gewesen sein!" Leider war es dafür zu spät. Sie sagten darauf hin: "Gib uns deine Telefonnummer und wir rufen dich an, wenn wir einen Aufkleber für dich besorgt haben!" Und wieder war ich kurz innerlich sprachlos. Wir tauschten die Nummern aus und ich bedankte mich noch einmal. Danach fuhr ich wieder in Richtung Einöde: Lappland.

Ich fuhr den selben Weg wieder zurück, verfiel zwischendurch mal kurz in Sekundenschlaf und kam nach 501km an einem Rastplatz am See an. Dort war eine kleine Hütte zum Pause machen. Ich schlug in dieser Hütte mein Zelt auf und ich war ein gutes Abendessen für die Mücken. Neben der einen Hütte war noch eine weitere mit Holzstämmen und einer Axt, die frei zur Verfügung standen für die Feuerstelle. Ich schlug also mit der Axt ein wenig Holz und zündete es an. Nach 10 Minuten kam ein Regenschauer und alles war vorbei. Ich legte mich deprimiert hin und schlief sofort.

 

 

 

19. Tag  Irgendwo in Lappland im Wald-Lulea   483km       27.07.2016

 

In der nächsten Ortschaft fuhr ich an einen Supermarkt heran. Am Kühlregal sprach mich einer von hinten mit den Worten an: "Bist du derjenige mit der Simson?" Ich sagte "Ja" und er meinte, dass wenn ich fertig bin, ich mich mal draußen melden soll. Ich kam raus und neben meiner Simson standen zwei Motorräder. Die zwei Biker wussten überhaupt nicht, was sie sagen sollten. Sie kamen aus Dresden und waren schlicht beeindruckt. Einer meinte lachend: "Als wir heute früh im Zelt aufgewacht sind, haben wir uns überlegt mit den Worten: ‘Stell dir mal vor man würde mit einer Simson hier her fahren, das wäre ja wahnsinnig!‘ Und 2 Stunden später treffen wir einen 19-Jährigen der mit der Simson einfach mal um die Ostsee tuckert und nebenbei hoch zum Nordkap fährt."  Die letzten Worte waren: "Es gibt immer solche verrückte Menschen." Ich fuhr nun mit einer witzigen Geschichte weiter in Richtung Polarkreis. Als ich dort ankam war großartig zu wissen, dass man seine eigene Reise noch so toppen kann. Ich stellte mein Moped noch einmal an die Linie vom Polarkreis ab, um ein Foto zu machen. Dabei fiel das Moped in den Polarkreis um und der rechte Spiegel war gerissen. Jetzt hatte ich eine schöne Erinnerung am Spiegel.

18 Uhr erreichte ich die Grenze nach Schweden und ich fuhr noch bis zu dem Campingplatz "FirstCamp" in Lulea. Umgerechnet 36 € plus 15 € Campingclubkarte, weil man Mitglied werden musste, war der Übernachtungspreis. Es war ein riesiger Zeltplatz mit tausenden Gästen. Ich hatte mich auf dem riesigen Gelände verfahren und plötzlich kamen eine ganze Menge Kinder angerannt. Alle wollten mal hupen und die Blinker betätigen. Als alle fertig waren, fuhr ich zum Zeltplatzbereich und stellte mein Zelt auf. Ringsherum waren nur Deutsche und das Hauptthema war natürlich Ich. In der Nacht halb eins war ich noch fix im See baden und danach bin ich in meinen Schlafsack gekrochen.

 

 

 

20. Tag  Lulea-Örnsköldsvik  393km       28.07.2016

 

Nach dem Aufstehen und dem Zeltabbau unterhielt ich mich noch mit meinem Zeltnachbarn aus Münster und danach startete ich in einen schönen sonnigen Morgen. Den größten Teil der Strecke verbrachte ich auf  Schnellstraßen und generell passierte an diesem Tag nix. Es fing mal kurz an zu regnen und hörte nach 2 Minuten wieder auf, als ich meine Regenkleidung angezogen habe. Ich kam an einem Zeltplatz an, und an der Rezeption gab es nur einen Automaten. Mit einem schlechten Gewissen bin ich am Automaten vorbei gelaufen und habe einfach so mein Zelt aufgebaut. Mein Handy konnte ich im Wohnmobil bei den Nachbarn aus Niedersachsen aufladen. Zu essen gab es natürlich wie immer Fisch aus der Dose, dazu Brot mit Käse.

 

 

 

21. Tag  Örnsköldsvik-Gävle 403km       29.07.2016

 

Ohne Frühstück startete ich weiter in Richtung Süden. Das Frühstück holte ich dann um12 Uhr an einem Supermarkt nach. Generell starte ich oft ohne Frühstück, weil ich nach dem Aufstehen keinen Hunger habe. Der Hunger kommt immer erst nach ca. einer Stunde, wenn ich weiß, wie der Tag läuft - gut oder schlecht. Ich fuhr kleinere Landstraßen entlang und am Abend kam ich wieder bei einem Campingplatz heraus.

 

 

 

 

22. Tag  Gävle-Stockholm  272km       30.07.2016

 

Heute sollte es nach Stockholm gehen. Ich war gut gelaunt und kurz vor dem Tagesziel wurde plötzlich alles sch...!

Ungefähr 30km vor Stockholm fing es für 15 Minuten kurz zu regnen an. Die Straße war also nass. Ich fuhr in ein Kreisverkehr rein und musste plötzlich bremsen, dabei zog es mir mein Hinterrad weg und ich flog auf mein linkes Knie. Der linke Blinker war zerbrochen und die Telegabel so verbogen, dass mein Vorderrad klemmte. Mein linkes Bein konnte ich nicht vom eingewinkelten Zustand schmerzfrei ausstrecken. Plötzlich war meine Weiterreise für einen kurzen Moment zu Ende. Wie soll ich bitte weiter fahren mit einem schwergängigen Reifen? Als ich mich auf das Moped setzte, merkte ich, dass auch der Lenker leicht verdreht war. Ich trat den Kickstarter und fuhr einfach weiter. Das Rad schleifte sich frei und ging nach 10km wie von selbst. Die neue Lenkerposition war gewöhnungsbedürftig und mein linkes Bein konnte ich an den Ampeln nicht absetzen. Kurz vor Stockholm gab es nur noch eine Straße, die überhaupt in die Stadt führte, nämlich eine Autobahn. Nach reichlich überlegen fuhr ich drauf und rollte nach Stockholm rein. Ich suchte die Jugendherberge und war mit den Nerven am Ende. Im Mehrbettzimmer standen 16 Betten und ich freute mich auf eine unruhige Nacht. Um 17 Uhr ging ich zu Fuß in die Stadt. Laufen war kein Problem. Nur wenn ich mein Bein anwinkelte und rasch ausstreckte, schmerzte es. Ich saß gegen 21 Uhr am Hafen und trank Bier. Ich schaute auf das Wasser und plötzlich tauchte vor meinen Augen eine riesige Haiflosse auf. Ich war kurz schockiert und dachte: "Bin ich betrunken?" 10 Meter neben mir bemerkte ich, wie ein Mann mit seiner Freundin diskutierte und er panisch auf das Wasser zeigte. Er sah mich und blickte mich nach dem Motto an: "Hast du das auch gesehen?" Ich rief ihm zu: "Shark?!?!" und er "YES!" Seine Freundin war plötzlich ruhig. Der "Hai" tauchte aber nicht mehr auf. Um 23 Uhr habe ich in der Hostelbar noch zwei Bier getrunken und nebenbei mein Reisetagebuch geschrieben.

 

 

 

 

23. Tag  Stockholm-Västervik  319km       31.07.2016

 

Ab heute stand ich wieder in meinem offiziellen Zeitplan und ich habe die vier Tage vom Nordkap herausgeholt. Bei gutem Wetter ging es über die Autobahn aus Stockholm raus. Meine Kopfhörer hatte ich leider im Hostel vergessen und ich musste mir somit neue an einer Tankstelle kaufen, weil ich beim Fahren Musik über einen Lautsprecher anhöre (sonst halte ich keine 10 Stunden auf dem Moped alleine durch). Ich kam auf dem Zeltplatz in Västervik an und bezahlte 36 €. Im Hostel in Stockholm habe ich 24 € gezahlt, nur zum Vergleich. Ich kam mit 3 Radfahrern ins Gespräch. Einer hieß Helmut und die anderen zwei hießen Matthias und dessen 16-jähriger Sohn Thias aus Neustrelitz. Matthias konnte meine Tour nicht glauben und sagte einfach nur: "Herzlichen Glückwunsch, du bist ein Held!" Am Abend war ich, wie immer, das Hauptthema und ich habe meine bisherige Reise wiedergegeben. Den 16- jährigen Thias habe ich noch Mut gemacht, selbst so eine Reise zu unternehmen mit dem Motorrad, wenn er volljährig ist. Dann traf ich noch einen Australier, der Jonny hieß und wir quatschten mal kurz über alles. Für mich ging der Tag um 22.30 Uhr zu Ende und plötzlich war es dunkel. Ein komisches Gefühl, dass es so zeitig wieder Nacht wird.

 

 

 

 

24. Tag  Västervik-Ahus  385km       01.08.2016

 

Als ich aufwachte, fiel mir auf, dass ich genau heute vor einem Jahr meine Heimreise aus London angetreten habe. Wer hätte gedacht, dass ich nächstes Jahr wieder unterwegs bin? Wahrscheinlich die wenigsten! Im Laufe des Tages hatte es immer wieder mal zwischendurch geregnet. Kurz vor Ahus kam plötzlich ein extrem starkes Gewitterregen auf der Landstraße auf. Das Moped schaffte gegen den Regen nur 40km/h. Wie zur Hölle soll ich heute Zelten? Ich fuhr weiter Richtung Zeltplatz und zusätzlich musste ich gegen den heftigen Wind ankämpfen. 100m vor dem Zeltplatz war eine Linie auf der Straße. Die eine Seite war nass und die andere staubtrocken. Der Zeltplatz war komplett trocken und alle schauten mich komisch an, weil ich die Regenkleidung anhatte und komplett durchgenässt war. Auf der Wiese wurde ich auf das Moped angesprochen und direkt zum Bier eingeladen, was ich dankend annahm. Den Abend verbrachte ich somit mit der Familie aus Brandenburg. Eine Tochter der Familie meinte, dass ich aussehe wie der Eric von der Fernsehserie "Pur+" auf KIKA, aber leider kenne ich keinen Eric. Am Abend sah ich noch, dass am Hinterrad zwei Speichen herausgebrochen waren. Mein Moped fiel langsam auseinander.

 

 

 

 

25. Tag  Ahus-Kopenhagen  219km       02.08.2016

 

Ich fuhr in Richtung Helsingborg, weil ich leider die Öresundbrücke nicht benutzen durfte wegen der Autobahn. Die Fähre kostete mich 3,60 € und auf dem Schiff sah ich, dass es in Dänemark regnete. Also konnte ich mir schon die Regenkleidung anziehen. In Dänemark angekommen, fuhr ich an eine Tankstelle und wollte den Regen abwarten. Nach 45 Minuten war der Regen noch nicht vorbei und fuhr Richtung Kopenhagen. Aus der Ortschaft rausgekommen, war plötzlich wieder Sonnenschein. Als erstes bin ich zur "Kleinen Meerjungfrau", das Wahrzeichen von Kopenhagen, gefahren. Das Moped habe ich dafür extra 2km einen Fahrradweg entlanggeschoben. Plötzlich war ich die Hauptattraktion und ich wurde mehr fotografiert als das Wahrzeichen. Später bin ich zum Hostel gefahren und die Stadt habe ich per Fuß besichtigt. Den Abend habe ich in der Hostelbar mit zwei Schweizern, Philipp und Domenic, verbracht. Um 23 Uhr verabschiedete ich mich und ich bin ins Bett gegangen. Ich hatte vergessen, das Internet auszumachen und als ich gerade im Bett lag, kam eine Nachricht via WhatsApp. Eigentlich wollte ich sie ignorieren, aber die Neugierde hat dann doch gesiegt. Es war eine Nachricht von meiner Tante und meinem Onkel. Sie hatten nämlich ein Kind bekommen. Ich hatte mich darüber so gefreut, dass ich mich wieder angezogen hatte und noch ein Bier in der Bar getrunken habe. Um 0.30 Uhr sollte dann eigentlich endgültig Schluss für den Tag sein. Da ich derzeit so gut in der Zeit lag, wollte ich morgen nicht die Fähre von Gedser nach Rostock nehmen, sondern noch über Flensburg und Hamburg fahren. Nach diesen Gedankenzügen schlief ich aber wirklich ein.

 

 

 

 

26. Tag  Kopenhagen-Flensburg  294km       03.08.2016

 

Es sah schon am Anfang ziemlich stark nach Regen aus und nach einer Stunde fing es damit auch an. Der Regen hörte erst kurz vor Deutschland wieder auf. Nun musste ich mir Gedanken machen, wie ich über die Inselgruppen drüber komme, weil nur eine Autobahn existierte oder ein Zug, den ich natürlich nicht benutzen konnte. Bei der Autobahnauffahrt habe ich mir gedacht: "Fahre fix drüber und lasse dich nicht erwischen, weil es nicht anders geht." Ich fuhr also wieder auf die Autobahn und kam um eine Ecke und plötzlich lief es mir kalt den Rücken runter. Es war eine Mautstation mit Polizisten. Ich rollte an den Schalter heran und habe versucht lässig zu wirken. Die Polizei fragte mich, ob dies ein Motorrad sei? Ich sagte: "Selbstverständlich, sonst würde ich doch keine Autobahn benutzen?!" Die Polizei kaufte mir meine selbstbewusste Antwort ab und lies mich durchfahren. Die Brücke ging ca. 5km über die Ostsee und der Seitenwind drückte sehr heftig. Meine Beine waren weich und dabei konnte ich mein Herz hören. Ich konnte mich wegen des Windes kaum noch auf dem Moped halten und ich fuhr mit 30km/h langsam auf dem Seitenstreifen. Mein Hinterrad rutschte immer hin und her. Als ich auf der Insel war, sah ich auf meiner Karte, dass von dieser Insel eine Fähre auf das dänische Festland fährt. Ich fuhr zu der Fährstation und lernte Christian kennen. Er war mit seiner BMW-Maschine in Dänemark unterwegs. Ihm war auch die Überfahrt auf der Brücke zu gefährlich und nahm die Fähre. Auf dem dänischen Festland hatten wir uns verabschiedet und er rauschte davon. Dann war es soweit! Ich erreichte wieder die deutsche Grenze. Als ich ein Foto machte, fuhr Christian nochmal an mir vorbei. Ich war seit 3 Minuten in Deutschland und meine Fußrasten fielen plötzlich ab. Ich steckte sie ein und fuhr weiter. In der Jugendherberge in Flensburg habe ich mal meine Reifen angeschaut und konnte meinen Augen nicht trauen! Es steckte ein Nagel bis zur Hälfte im Hinterreifen. Ich zog vorsichtig den Nagel heraus und nichts passierte. Er steckte in so einem steilen Winkel im Mantel, dass er den Schlauch nicht beschädigt hatte. Danach ging ich in den Supermarkt und musste lachen. Die Preise machten mich glücklich. Ein Wasser nur 35 Cent statt 1,40 €! Am Abend in der Gemeinschaftsdusche standen 23 halbvolle Shampooflaschen und ich dachte mir: "Wie blöd waren die letzten 23 Leute vor mir und haben die vergessen?" Nach zwei Bier ging ich dann ins Bett.

 

 

 

 

27. Tag  Flensburg-Hamburg  181km       04.08.2016

 

In der Früh war es immer wieder regnerisch, was sich aber über den Tag legte. Am Morgen bin ich zu einer Werkstatt gefahren und ich habe mir für 5 € die Fußrasten wieder anschweißen lassen. In Hamburg kam ich um 14.30 Uhr an den Landungsbrücken an und ich checkte mich danach in der Jugendherberge ein. Ich wollte als erstes duschen gehen und im Bad habe ich laut losgelacht. Tatsächlich hatte ich ebenfalls mein Shampoo in Flensburg stehengelassen. Jetzt waren es 24. Ich zog mich wieder an und kaufte mir an der Rezeption ein neues Shampoo. Frisch geduscht habe ich mich dann mit einer Freundin auf der Reeperbahn getroffen. Sie heißt Pauline und war in Chemnitz meine erste Couchsurferin. Wir tranken auf der Reeperbahn ein wenig Bier und sind auf den Hamburger Dom (Jahrmarkt) gegangen. Es tat auch so gut, mich endlich mal wieder mit einer Person zu unterhalten, die man auch kennt, weil es dann doch auf Dauer belastend wird, wenn man sich immer nur mit Fremden über die eigene Reise ausspricht. Wir waren danach noch an den Landungsbrücken und verabschiedeten uns dort. Ich ging in die Jugendherberge und habe mir noch drei Flaschen Bier gekauft. Ich setzte mich dann auf eine Mauer mit Blick zu den Landungsbrücken und trank nebenbei das Bier. Es war Donnerstag und planmäßig meine vorletzte Nacht. "Nein", dachte ich mir, "dies kann noch nicht meine vorletzte Nacht sein! 30 Tage können doch nicht so schnell um sein, oder?" Das wollte nicht in mein Kopf rein. Laut Plan wollte ich Samstag in Chemnitz ankommen, um mich am Samstag noch zu erholen, bevor es am Montag mit Arbeiten weitergeht. "Ich bleibe hier!" Ich bin in die Jugendherberge zurückgegangen und habe noch für eine weitere Nacht bezahlt. Ich teilte es meinem Vati noch via Nachricht mit und er antwortete, dass ich das lieber nicht machen sollte, weil ich den Sonntag zum Erholen bräuchte. Ich würde mich wahrscheinlich nicht damit abfinden, dass der Urlaub gleich zu Ende sein wird! Er hatte sowas von Recht, aber dies ist noch nicht die vorletzte Nacht!!

 

 

 

 

28. Tag  Hamburg       05.08.2016

 

Ausgeschlafen besichtigte ich heute noch die Stadt. Da das Bier in Deutschland so günstig war und ich keine 4 € pro Flasche zahlen brauchte, habe ich eigentlich an diesem Tag nichts anderes getrunken außer zum Frühstück. Um 22 Uhr wollte ich eigentlich schlafen, aber ich habe mich dann doch noch entschlossen, noch etwas auf der Reeperbahn trinken zu gehen (Die Jugendherberge ist direkt daneben). Als junger Mann alleine auf der Reeperbahn unterwegs zu sein, war eine lustige Angelegenheit. Drauf kam ich schnell, aber runter hat es eine Stunde gedauert. Man wird dort alle 5 Meter festgehalten und unterhält sich mit den Prostituierten. Das lustigste Gespräch war mit zwei Prostituierten, die mich in der Nähe der Davidwache anhielten. Mich hielten zwei fest und fragten, was ich hier mache. Ich sagte, dass ich gerade was trinken war und auf dem Heimweg zur Jugendherberge bin. Sie fragten, ob ich im Urlaub bin und was ich in Hamburg mache. Ich erzählte, dass ich mit einem Moped um die Ostsee und zum Nordkap gefahren bin. Da meinte die eine: "Was für ein Moped? Eine Schwalbe?" Ich sagte: "Fast! Eine Simson S50." Die eine schaute mich an, wie ein aufgeschrecktes Eichhörnchen. "Eine S50? Ich hatte auch mal eine S50! Ich komme aus Dresden. Hattest du keine Probleme mit Unterbrecher..." Sie zählte dann technische Daten auf und ihre Kollegin schaute sie nur an und fragte: "Was sind Simmerringe?" Die eine war so begeistert, dass ich ihr meine Visitenkarte gab für die Homepage. Das wurde für mich dann eine der lustigsten Geschichten auf dieser Reise. Nach dem Gespräch bin ich dann zurück zum Hostel und ich bin direkt eingeschlafen.

 

 

 

 

29. Tag  Hamburg-Lübbenau/Kittlitz  426km       06.08.2016

 

Pünktlich zum Start fing es zu regnen an und ich bin direkt auf eine Schnellstraße in Richtung Osten. Die letzte Nacht wollte ich auf meiner Reise dort beenden, wo ich sie Angefangen hatte: in Lübbenau bei Nicole. Der Regen hörte nach 30 Minuten wieder auf und der restliche Teil des Tages verlief problemlos. Ich fuhr durch Potsdam und machte Rast am Brandenburger Tor und wurde zum letzten Mal auf meiner Reise von Fremden fotografiert. Es war ein ziemlich komisches Gefühl, nicht mehr der Hingucker auf den Straßen zu sein. Daran musste man sich auch wieder gewöhnen. Das selbe war mit den Motorradfahrern, die mich nicht mehr grüßten. Das finde ich sowieso quatsch. Im Ausland wird man von denen gegrüßt und in der Heimat würden die selben einfach an mir vorbei fahren. Das Grüßen finde ich eigentlich immer eine angenehme Sache. Als ich in Lübbenau ankam, machte gerade Nicole mit anderen eine Zeremonie. Ich habe mich einfach mal angeschlossen und befreite meinen Geist. Dies war eine neue Erfahrung und ich bin ganz dankbar, an sowas mal teilgenommen zu haben. Plötzlich klingelte das Telefon und ich ging heran. Es war Mario, den ich mit seiner Frau in Norwegen getroffen habe. Er meinte, dass sie einen Aufkleber für mich besorgt haben und gerne meine Adresse hätten. Ganz ehrlich? Ich habe damit eigentlich nicht gerechnet! Einen großen Dank noch einmal!!!! :). Zum Abend gab es Stockbrot am Lagerfeuer und ich erzählte von meiner Reise. Um Mitternacht bin ich dann schlafen gegangen.

 

 

 

 

30. Tag  Lübbenau/Kittlitz-Chemnitz  220km       07.08.2016

 

Der Wecker klingelte und es war ein komisches Gefühl. Mein letzter Tag ist angebrochen, aber heute wollte ich mich nicht stressen. Wir frühstückten alle gemeinsam am Tisch und um 10.30 Uhr startete ich in Richtung Heimat. Ich fuhr durch die Lausitz an der Abraumförderbrücke F60 vorbei und dann war ich schon in Sachsen. Ich fuhr am Ortseingang in Chemnitz mit Absicht durch den Blitzer mit hochgestreckten Armen, aber ich bin nicht nach Hause gefahren, sondern als erstes zu meiner Tante und meinem Onkel, um meinen neuen Cousin zu begutachten. Ja, vor genau 30 Tagen habe ich sie noch an der Tankstelle beim Start zu dritt getroffen und kaum war ich weg, sind sie zu viert.

Um 15.30 Uhr erreichte ich dann mein Zuhause und ich kam an dem Fleck an, wo mein Moped immer steht. Ich drehte den Zündschlüssel um und schloss den Benzinhahn, aber ich blieb noch sitzen.

Die letzten 30 Tagen gingen im Schnelldurchlauf noch einmal am Auge vorbei. Ich stieg ab und mein Kopf war leer.

Ich betrat meine Wohnung und setzte mich auf mein Bett. Hier hatte sich nichts verändert außer eine Sache: Ich!


Ende

 

 

Besten Dank an:

 

Nicole Schulze + Familie aus Lübbenau

Ute und Heinz aus Franken für das Abendessen

Mantas Paulauskas aus Klaipeda

Daniela Solovjova-Vlasova aus Riga

Aino und Nico Ketola aus Pori

Miika Peitso aus Oulu

Dem Pärchen aus Oulu für das Abendessen

Mario und Ina aus Berlin für Essen und Aufkleber

Mirko + Familie aus Brandenburg für das Bier

Pauline Brandt aus Hamburg für den netten Abend

Joop aus Magdeburg

 

und all die anderen, die ich vergessen habe. :)

 

 

Ich würde mich über ein Gästebucheintrag freuen :)